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Wochenbett: Zehn Tipps für Babys erste Tage zu Hause

Jacqueline

Nach der Geburt brauchen Mama und Baby viel Nähe und Entspannung. Ein paar Tricks sorgen für ein stressfreies Wochenbett – auch beim zweiten Kind.

Auf einmal habt ihr dieses winzige Menschlein zu Hause. Vor ein paar Tagen war es noch geborgen im Bauch. Und nun? Wie könnt ihr euer Baby behutsam an diese neue Situation heranführen – und euch selbst auch? Die ersten Tage dienen dem Kennenlernen des Babys. Und der Erholung nach den Strapazen der Geburt. Das vergessen wir leider viel zu schnell inmitten des aufreibenden neuen Alltags. Deswegen haben wir euch zehn Tipps für ein stressfreies Wochenbett zusammengestellt.

1. Kuschelt, was das Zeug hält

Gönnt eurem Neugeborenen viel Haut-an-Haut-Kontakt. Zieht es bis auf die Windel aus und legt es euch auf die nackte Brust. Ihr könnt so eine Weile im Familienbett zusammen kuscheln. Wenn ihr lieber mobil sein wollt, schnallt es euch im Wickeltuch auf die nackte Brust und zieht einen weiten Pullover über. Studien haben gezeigt, wie wertvoll echter Hautkontakt für Babys ist. Er stabilisiert ihre Körperfunktionen und beschleunigt die Entwicklung. Mütter profitieren davon, dass ihr Milchfluss in Gang kommt.

2. Kommuniziert mit eurem Baby

Schon jetzt könnt ihr mit eurem Baby kommunizieren. Neugeborene haben eine angeborene Vorliebe für Gesichter. Bewegt eure Augenbrauen, Mund und Nase, das Baby wird euch gerne betrachten und bald schon versuchen, euch nachzuahmen. Sprecht oder singt mit ihm. Ihr könnt es auf dem Arm durch sein neues Zuhause tragen und alles erklären. Euer Baby kann sogar antworten. Wenn es das Köpfchen von euch wegdreht, signalisiert es, dass es eine Pause braucht.

3. Denkt ans Essen!

Vergesst nicht eure eigenen Bedürfnisse! Schlafentzug und Stillen sind echte Krafträuber. Gesundes, regelmäßiges Essen ist daher ein Muss. Es gibt viele Rezepte für stärkende Wochenbett- und Kraftsuppen. Lasst euch einen großen Topf voll kochen, von dem ihr über die Tage verteilt kleine Portionen aufwärmt. Stellt euch auch ein Schälchen mit Nüssen und Obststücken an den Platz, an dem ihr das Baby stillt. Eine gesunde Alternative zu Schokoriegeln zwischendurch sind selbst gemachte Energiebällchen, auch Milchbildungskugeln genannt. Vielleicht lasst ihr sie euch von einer Freundin schenken und nach eurem Geschmack zubereiten.

4. Macht Nickerchen

Eine einfache, aber umso wirksamere Regel lautet: Wenn das Baby schläft – schlaft mit. Ein Nickerchen wirkt wahre Wunder.

5. Schafft euch Freiräume

Traut euch, Hilfe zu organisieren. Lasst euch von Freunden und Familie nicht nur schöne Sachen für das Baby, sondern auch Nützliches für euch selbst schenken: ein frisch gekochtes Essen, einen Gutschein für einen Hausputz oder selbst gemachte Kraftkekse. Außerdem: Wechselt euch mit eurem Partner ab. Dem Baby geht es auch im Tragetuch an Papas Bauch gut – und ihr könnt eine ausgiebige heiße Dusche genießen.

6. Spielt mit dem Geschwisterkind

Habt ihr bereits ein Kind? Mehrfacheltern stehen vor einer besonderen Herausforderung: für das Baby da sein und dem Geschwisterkind genug Aufmerksamkeit schenken. Viele Paare teilen sich auf, Papa ist für die älteren Geschwister zuständig, Mama für das Baby. Versucht es doch mal anders: Ein Elternteil liest dem großen Kind vor oder spielt mit ihm mit Bauklötzen, während das Baby daneben auf einer weichen Decke liegt. Der andere Elternteil darf währenddessen einen Moment Ruhe alleine genießen.

7. Schafft Ablenkung für die großen Kinder

Richtet eine besondere Spiele-Kiste ein, die euer großes Kind nur benutzen darf, wenn ihr gerade das Baby stillt. Ihr könnt neue Bücher hineinlegen, Malsachen, ein Sticker-Album oder ein Baukasten-Set. So wird garantiert nicht mehr gemault, wenn Mama sich mal wieder ganz dem Baby widmen muss.

8. Bezieht eure Besucher mit ein

Eine gute Variante ist es, eure Wochenbettbesucher zu fragen, ob sie mit dem erstgeborenen Kind etwas Schönes unternehmen. Vielleicht können sie mit ihm eine Runde auf den Spielplatz gehen, während ihr mit dem Baby ein Nickerchen macht oder die Zeit für ein Mama-Papa-Baby-Bonding zu dritt nutzt. Euer großes Kind wird nach einem Ausflug entspannter mit der Aufmerksamkeit umgehen, die das neue Geschwisterchen bekommt.

9. Nur die Liebe zählt

Wenn euch der Kopf von zu vielen Tipps schwirrt oder ihr vor Überforderung nicht wisst, ob ihr hysterisch lachen oder weinen sollt, denkt daran: Nur die Liebe zählt. Im Zweifel ist es nicht wichtig, ob ihr das Schreien eures Babys immer richtig deutet. Es ist auch nicht wichtig, ob ihr die richtigen Feuchttücher verwendet. Euer Baby muss nur eure Nähe spüren. Wenn es merkt, dass jemand da ist, der es streichelt, füttert, mit ihm redet und es liebevoll umsorgt, fühlt es sich geborgen.

10. Bindung braucht Zeit

Und für alle Mütter, die nicht sofort die große Liebe spüren: Auch das ist in Ordnung. Manchmal verhindern schwere Geburtserlebnisse oder andere Umstände die Entwicklung der Bindung. „Bindung ist ein Weg“, sagt der bekannte Kinderarzt und Bestseller-Autor Herbert Renz-Polster. Er vergleicht sie mit einem Seil, das durch den täglichen Umgang mit dem Baby immer fester geknüpft wird. „Mütter und auch Väter erleben die Bindung an ihr Kind sehr häufig als eine ‚Geschichte‘, als eine Annäherung über Tage, Wochen oder noch länger.“ Bei manchen Frauen sind die Muttergefühle schon in der Schwangerschaft da, bei anderen bauen sie sich allmählich über das ganze erste Jahr auf. Das Motto im Wochenbett lautet so oder so: bloß keinen Stress!