(nd3000 | www.istockphoto.com)

Mama bekommt ein Baby: 20 Tipps für Geschwisterkinder

sigikid

Für die meisten Geschwisterkinder ist dies eine ungewohnte Situation, an die sich sich erst einmal gewöhnen müssen. Plötzlich müssen sie Papa und Mama mit dem neuen Baby teilen. Das führt nicht selten zu Eifersucht. Wie du dein Kind auf die Ankunft des Babys am besten vorbereitest und aus Eifersucht Vorfreude werden lässt, hier sind unsere Tipps.

  1. Warte mit der Ankündigung, bis dein Babybauch sichtbar ist.

 

Neun Monate sind für kleine Kinder eine unvorstellbar lange Wartezeit. Daher macht es keinen Sinn, ihnen die Ankunft eines Babys bereits dann mitzuteilen, wenn der Schwangerschaftstest positiv ist. Schnell würde die Vorfreude aufs Geschwisterchen durch Enttäuschung und Frust ersetzt werden, wenn die Wartezeit allzu lange ist.

 

Wann du deinem Kind die frohe Botschaft erzählst, hängt natürlich vom Alter des Kindes ab. Bei kleineren Kindern macht es Sinn, ihnen erst etwas zu erzählen, wenn der Babybauch sichtbar ist. So ist das Thema nicht mehr abstrakt – das Kind kann „sehen“, dass etwas passiert.

 

  1. Beziehe das Geschwisterkind in die Schwangerschaft mit ein.

 

Während das Baby im Bauch heranwächst und sich entwickelt, kann sein älterer Bruder oder seine ältere Schwester schon mit ihm in Kontakt treten:

 

  • Es kann den Babybauch streicheln.
  • Es kann ihn mit Creme bemalen.
  • Bei einer Vorsorgeuntersuchung kann es mit einem Hörrohr oder Stethoskop den Bauch abhören. Vielleicht wollt ihr auch zu Hause ein Hörrohr basteln?
  • Es kann mit seiner Mama eine Spieluhr für sein Geschwisterchen auswählen, sie aufziehen und dann auf den Bauch der Mama legen. So kann das ältere Kind seinem Babybruder/seiner Babyschwester selber Musik vorspielen.
  • Wenn das Baby anfängt, sich im Bauch zu bewegen, zu treten oder spürbar Schluckauf zu haben, kann das ältere Kind seine Hand auf den Bauch legen und die Bewegungen seines kleinen Bruders/seiner kleinen Schwester fühlen.
  • Ab der 20. Schwangerschaftswoche können Babys im Bauch schon hören. Man kann das ältere Kind dazu einladen, seinem kleinen Bruder oder seiner kleinen Schwester etwas zu erzählen oder vorzusingen.

Am besten gelingt dies, wenn das Kind sieht, dass auch Mama und Papa ab und zu zum Baby reden oder ihm etwas vorsingen.

  • Einbeziehung ins Abendritual: Wenn man das Kind ins Bett gebracht hat, ihm eine Abendgeschichte vorgelesen und eine gute Nacht gewünscht hat, darf das Kind noch seinem kleinen Bruder / seiner kleinen Schwester im Bauch gute Nacht wünschen.
  • Nimm dein Kind mit zur Ultraschalluntersuchung, damit es die Ultraschallbilder („Fotos“) von seinem kleinen Bruder/seiner kleinen Schwester sehen kann. Solltest du nach dem Ultraschall noch weitere Vorsorgeuntersuchungen mit deinem Frauenarzt / deiner Frauenärztin haben oder dich ungestört mit ihm / ihr unterhalten wollen, dann empfiehlt es sich, deinen Partner oder eine Freundin mitzunehmen, damit sie solange mit deinem Kind im Wartezimmer warten.

 

  1. Bastel einen Schwangerschaftskalender für dein Kind.

 

Das hilft deinem Kind, ganz ähnlich wie beim Adventskalender, die verbleibende Zeit abzuschätzen.

Der Schwangerschaftskalender kann ähnlich aussehen wie ein selbstgebastelter Adventskalender: Für jede Schwangerschaftswoche bis zur Geburt gibt es ein kleines Geschenk. Und da du deinem Kind vermutlich nicht gleich zu Beginn der Schwangerschaft vom Nachwuchs erzählst, werden es keine 40 „Türchen“ sein.

Am besten ist, du lässt dein Kind immer montags das nächste „Türchen“ (Geschenk) öffnen. So weiß dein Kind nämlich, wann eine Woche um ist: immer dann, wenn nach dem Wochenende wieder der Kindergarten anfängt.

 

  1. Lass dein Kind beim „Nestbauen“ helfen.

 

Wenn du das Babyzimmer einrichtest, dann lass dir von deinem Kind helfen.

Das kann auch so aussehen, dass du mit ihm zusammen ein Mobile bastelst .

Oder du suchst gemeinsam mit deinem Kind Babyspielzeug aus.

Du kannst auch mit deinem Kind zusammen einen sigikid-Store besuchen, um mit ihm zusammen etwas Babykleidung oder ein Schnuffeltuch auszusuchen. Damit keine Eifersucht aufkommt, sollte dein Kind auch eine kleine Überraschung für sich selbst bekommen.

 

  1. Erinnere dein Kind daran, dass es selbst einmal ein Baby war

 

Hole ein Fotoalbum hervor, macht es euch gemütlich, und schaut gemeinsam die Fotos an, als dein Kind selbst noch ein Säugling war.

Dasselbe geht auch mit Videos, die du von deinem Kind als Baby gedreht hast.

Nimm dir Zeit, Fragen zu beantworten und betrachte es als Erzählstunde: berichte deinem Kind davon, wie es war, als es selbst noch klein war. Hat es viel geschlafen oder oft geschrien? Was war sein erstes Wort? Was hat dir an ihm besonders gefallen – sein Duft, sein Aussehen, sein Lächeln? Wie haben die Verwandten auf die Geburt reagiert und warum du dich sofort in es verliebt hast.

  1. Schaut euch gemeinsam Bilderbücher über Geschwisterbabys an

 

Nimm dir in einem Buchladen die Zeit, ein passendes Buch herauszusuchen, das dem Alter deines Kindes entspricht.

Gerne kannst du ihm auch unsere Geschichte „Ella bekommt ein Geschwisterchen“ vorlesen.

 

  1. Plane bewusst Zeiten allein mit dem älteren Kind nach der Geburt ein

 

Wenn das Geschwisterchen da ist, wirst du viel Zeit mit dem Säugling benötigen. Damit sich das ältere Kin nicht „abgeschoben“ fühlt, plane schon im Voraus Exklusiv-Zeiten mit ihm ein, in denen du mit ihm spielst, bastelst oder kuschelst. Delegiere Aufgaben an deinen Partner oder bitte die Großeltern um Hilfe. Wenn dies nicht möglich ist, nutze die Zeit, in denen dein Säugling schläft, um dich deinem älteren Kind zu widmen.

 

Wenn du keine Großeltern in deiner Nähe hast, kannst du auch schauen, ob das Angebot der Wellcome Engel für dich in Frage kommt: Das sind ehrenamtliche Helfer, die Familien im Alltag nach der Geburt unterstützen, damit du Zeit für dein älteres Kind hast oder selbst zur Ruhe kommen kannst.

 

  1. Besucht gemeinsam einen Geschwisterkurs

 

Manche Hebammen bieten Geschwisterkurse an – sozusagen Geburtsvorbereitungskurse für  Geschwisterkinder. Weitere Informationen zu solchen Kursen findest du zum Beispiel hier.

 

  1. Besorge ein Geschwistergeschenk

 

Zur Geburt bekommt das Baby von vielen Verwandten und Bekannten Geschenke. Doch auch für das ältere Kind ist die Geburt ein besonderes Ereignis:

Es gibt nicht nur einen Familienzuwachs – nein, auch seine „Stellung“ in der Familie ändert sich. Vom Einzelkind hin zum großen Bruder oder zur großen Schwester. Dieses besondere Ereignis sollte auch gebührend gefeiert und gewürdigt werden – am besten mit einem tollen „Großen-Bruder-Geschenk“ oder „Große-Schwester-Geschenk“. Vielleicht verbunden mit einem besonders tollen Ganztags-Ausflug, den Papa, Oma oder Opa mit ihm machen?

Mache aus dem Übergang vom Einzelkind zum älteren Geschwisterkind ruhig eine kleine Zeremonie in Form einer Feier.

 

  1. Besuche mit deinem Kind ein Baby in der Nachbarschaft oder Verwandtschaft

 

Hat jemand von deinen Freunden, Nachbarn oder Verwandten ein Baby bekommen? Dann versuche doch, mit deinem Kind das Baby zu besuchen. Wenn dein Kind einen Säugling „in echt“ sehen kann, wird das Thema „Geschwisterbaby“ für ihn viel greifbarer.

 

  1. Schenke deinem Kind eine Babypuppe zum Üben

 

Mit einer Puppe kann dein Kind sich spielerisch auf die Zeit nach der Geburt vorbereiten und den Umgang mit einem Baby üben. Auch seine eigenen Gefühle und Wünsche kann es im Spiel mit dem Puppenbaby ausdrücken und verarbeiten.

Am besten, du schenkst ihm diese Puppe bereits während der Schwangerschaft.

 

  1. Stelle Gemeinsamkeiten her zwischen dem Kind und dem Baby

 

Zunächst ist das Baby für dein Kind jemand „Fremdes“. Dies ändert sich, wenn du ihm Gemeinsamkeiten aufzeigst, z.B. „Schau mal, diesen Strampelanzug hast auch du schon getragen. Du warst auch mal so klein!“, oder „In diesem Bettchen hast du auch einmal geschlafen.“

 

Vermeide Sätze wie „Das habe ich damals für dich gekauft.“, oder „Das hat mal dir gehört.“ – denn sonst denkt dein Kind: „Das ist doch meins – jetzt wird es mir also weggenommen.“ Dies würde Eifersucht und negative Gefühle auslösen.

 

  1. Lass dein älteres Kind auch mal wieder klein sein

 

Vielleicht fällt es deinem Kind schwer, seine Rolle als „großer Bruder“ oder „große Schwester“ anzunehmen. Vielleicht hat dein Kind die Tendenz, selbst wieder klein sein zu wollen, z.B. indem es wieder bei euch im Elternbett schlafen oder seine Getränke wieder aus einer Babyflasche trinken will. Dahinter steckt meist der Wunsch nach Aufmerksamkeit und nach der Sicherheit der bedingungslosen Liebe der Eltern.

 

Wenn du dies ablehnst, wird sich das ältere Kind ausgegrenzt oder benachteiligt fühlen. Besser ist es, du erlaubst dem Kind die Zeit, die es benötigt, um mit seiner neuen Rolle klarzukommen. Ja, es ist nun zwar ein großer Bruder oder eine große Schwester – aber es darf immer noch „klein“ sein, wann immer es möchte:

Schenke ihm Kuschelzeiten, wann immer dein Kind es möchte.

Und wenn es im Elternbett schlafen möchte, dann erlaube es. Keine Sorge, da wird sicherlich kein Dauerzustand daraus. Wenn deins älteres Kind spürt, dass es immer noch willkommen und erwünscht ist, und sein Bedürfnis nach Annahme und Aufmerksamkeit gestillt wurde, wird es von selbst wieder in sein Kinderbett ziehen.

 

 

  1. Packe für die Geburt nicht nur eine Kliniktasche, sondern für dein Kind auch einen Notfallrucksack

 

Bestimmt hast du schon Hilfe für die Geburt organisiert: vielleicht werden dann die Großeltern auf dein Kind aufpassen. Dann ist es gut, einen gepackten Kinderrucksack bereitgestellt zu haben. Darin befindet sich Wechselkleidung, (bei Bedarf auch noch Windeln), im Sommer die Sonnenmütze , im Winter wärmende Mütze und Handschuhe. Außerdem ein Spielzeug, Kinderbuch oder sogar etwas zu naschen.

Am besten ist es, wenn du mit deinem Kind zusammen den Rucksack packst. So könnt ihr nämlich gemeinsam besprechen, was geschieht, wenn die Geburt anfängt und du zum Kranken- oder Geburtshaus fährst. Durch das Packen des Rucksacks wird diese Situation für dein Kind anschaulicher und weniger abstrakt.

  1. Plane die Wochenbettzeit im Voraus

 

In dieser Zeit hast du nicht nur einen Säugling, sondern auch noch dein älteres Kind, das deine Aufmerksamkeit möchte.

Kaufe daher möglichst viele Vorräte im Voraus ein – seien es Hygieneartikel (Windeln, Klopapier o.ä.), Haushaltsartikel, Getränkekisten oder, falls nötig, auch Hundefutter. So musst du wenigstens in den Tagen nach der Geburt nicht einkaufen.

Koche in den Wochen vor der Geburt Mahlzeiten doppelt und friere einen Teil ein, damit du in der Wochenbettzeit warmes, gesundes Essen hast, ohne dafür lange in der Küche stehen zu müssen.

 

  1. Bitte Freunde oder Verwandte, die dich nach der Geburt besuchen wollen, dir etwas mitzubringen, um dir den Alltag zu erleichtern:

  • Eine vorgekochte Mahlzeit
  • Wenn sie zum Kaffee & Kuchen kommen wollen, bitte sie, selbst den Kuchen mitzubringen
  • Zeit, um mit dem großen Kind zu spielen
  • Gegenstände aus deiner Einkaufsliste, damit du nicht zum Supermarkt oder zur Drogerie fahren musst.
  • Eine kleine Überraschung für das ältere Kind, damit keine Eifersucht aufkommt
  • Etwas Zeit, um in deinem Haus/deiner Wohnung kurz auf beide Kinder aufzupassen, damit du in Ruhe duschen oder ein Bad nehmen kannst
  • Oder bitte sie beim Rausgehen, den vollen Müllbeutel mitzunehmen und draußen in die Tonne zu schmeißen.

 

Denke dran: Wenn du selbst entspannt und ausgeruht bist, dann wird es auch dem älteren Kind besser gehen! Es spürt nämlich genau deine Stimmung. Darum zögere nicht, Freunde, Paten, vertrauenswürdige Nachbarn oder Verwandte um Hilfe zu bitten, damit dich die Anfangszeit mit zwei Kindern nicht überfordert.

 

 

  1. Delegiere das Abendritual noch während der Schwangerschaft an deinen Partner

 

Ist dein Kind es bisher gewohnt, von dir ins Bett gebracht zu werden?

Delegiere das Abendritual (Pyjama anziehen, Zähneputzen, Gute Nacht Geschichte etc.) an deinen Partner. So gewöhnt sich dein Kind daran und hat keine Probleme damit, wenn du nach der Geburt verhindert bist, weil du z.B. mit dem Stillen beschäftigt bist.

Als Abendritual-Hilfe kann dein Partner auch auf unsere „Feuerwehr-Einsatzfahrt“ zurückgreifen – er muss sie nur ausdrucken. Besonders bei feuerwehrbegeisterten, kleinen Kindern wird das gut ankommen!

 

  1. Bereite eine Still-Überraschungskiste vor

 

Während der Stillzeiten kannst du dich nur schwer um dein älteres Kind kümmern. Bereite eine Still-Überraschungskiste vor – eine Kiste, die du mit verschiedenen Spielsachen füllst, mit denen dein Kind während der Still-Zeiten spielen darf.

 

  1. Nutze die Stillzeiten als Vorlesezeiten

 

Du könntest aber auch die Stillzeiten als Vorlesezeiten nutzen – so kannst du dich gleichzeitig um beide Kinder kümmern.

Vielleicht richtest du dir dafür im Voraus eine gemütliche, kuschlige Still- und Vorleseecke ein?

In unserem Blog für Kinder findest du viele Vorlesegeschichten, die du gerne verwenden darfst. Tipp: Drucke sie dir im Voraus aus und hefte sie in einem Ordner ab, den du in deiner Still- und Vorleseecke aufbewahrst.

 

  1. Oder benutze die Stillzeiten als Hörspielzeiten

 

Wenn dir das gleichzeitige Stillen und Vorlesen schwerfällt, dann kannst du die Stillzeiten auch als Hörspielzeiten für dein Kind nutzen. Ist dein Kind noch unter 5 Jahren, wird es in deiner Nähe Hörspiele hören wollen – also lohnt sich auch hier das Einrichten einer gemütliche Still- und Kuschelecke, in der ihr es euch zu dritt gemütlich machen könnt: Das Baby, das Kind und du. Während du stillst, kann dein Kind Hörspiele hören, vielleicht mit seiner Puppe oder seinem Lieblings-Stofftier im Arm.

Kennst du schon unsere Podcast-Geschichten? Sie sind für kleine Kinder ideal, weil sie kleinkindgerechtes Vokabular verwenden, nicht zu lange dauern und nur eine Erzählstimme ohne ablenkende Nebengeräusche haben. Du findest den sigikid-Podcast auf allen gängigen Podcast Plattform.

 

 

 

 

 

 

Das könnte dir auch gefallen

7 Irrtümer über Trotzanfälle: Was du wissen musst, um der Trotzphase deines Kindes entspannt zu begegnen

Die meisten Eltern von kleinen Kindern haben bereits Trotzanfälle und heftige Wutausbrüche ihrer Kleinen erlebt. Diese bis zum Bersten mit Energie geladenen Emotionsabladungen fordern unsere elterliche Geduld und strapazieren häufig auch unsere Nerven.

Wir geben dir in unserem Blogbeitrag diesmal keine Tipps, was du noch alles tun könntest, um besser mit solchen Trotzanfällen umzugehen. Stattdessen machen wir es dir so einfach wie möglich: wir zeigen dir den Ballast (die Irrtümer), den du vielleicht unbewusst trägst und getrost loslassen kannst.

Artikel lesen

Schwanger im Sommer: 60 hilfreiche Tipps

Die Sommerhitze ist gerade für werdende Mütter eine besondere Belastung, denn  die hohen Temperaturen sorgen für Müdigkeit und Erschöpfung. Wir verraten dir 60 Tipps und Tricks, wie du dafür sorgen kannst, dass du trotz Hitze den Sommer – und deine Schwangerschaft – genießen kannst.

Artikel lesen