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Waldausflüge mit Kindern: 8 praktische Tipps von Kleidung bis Zeckenschutz

sigikid

Der Wald bietet Kindern zu jeder Jahreszeit viel Platz und Freiheit für Entdeckungen und Abenteuer: Spielen, Toben, dem Wind lauschen, Tiere beobachten… Am abenteuerlichsten ist es für dein Kind, wenn es auch abseits der Wege spielen darf. Im Wald ist jedoch auch einiges anders als in der Stadt: Der Wald hat ein eigenes Klima, besondere Bodenbeschaffenheiten und im Unterholz gibt es eine erhöhte Zeckengefahr. Hier verraten wir dir unsere besten, praktischen Tipps für Waldausflüge.

 

  1. Gut beschuht: Welche Schuhe eignen sich, welche nicht?

Für den Wald sind aufgrund des unebenen Bodens stabile Schuhe am geeignetsten. Es müssen nicht unbedingt Wanderschuhe sein, doch es sollten feste Schuhe sein, die deinem Kind gut passen und eine rutschfeste Sohle haben. Sie sollten dem Fuß einen festen Halt geben und daher über den Knöchel gehen.

Wenn es geregnet hat, gibt es im Wald noch am Folgetag Regen- und Matschpfützen. Dann sind wasserabweisende Schuhe oder Regenstiefel wichtig.

Apropos Matsch: Natürlich bleiben Schuhe nach einem richtigen Waldausflug nicht sauber. Damit muss man rechnen. Mit Wasser und einer Bürste bekommt man die Schuhe daheim wieder sauber.

Sandalen eignen sich auch an heißen Sommertagen nicht für den Wald: Kleine Steine können zwischen Fuß und Sohle geraten, man kann sich außerdem beim Laufen leichter an einem Ast oder einer Wurzel verfangen. Wenn die Vortage trocken waren, sind im Sommer auch sogenannte Barfußschuhe gut geeignet. Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, denn mit Barfußschuhen lässt sich der abwechslungsreiche Waldboden sehr gut erspüren.

 

  1. Sockentrick als Zeckenschutz

Zum Schutz vor Zecken sollte die Socken immer über die lange Hose ziehen, damit weder Zecken noch Ameisen unters Hosenbein schlupfen können.

 

  1. Das Wichtigste zur Kleidung

Um sein Kind vor Kratzern und Verletzungen beim Spielen, Rennen und Toben zu schützen, sollte man ihm langärmlige Kleidung anziehen. Also keine T-Shirts, keine Röcke, keine Shorts. Das ist auch im Sommer möglich, da es im Wald immer etwas schattiger ist und ein kühleres Klima herrscht.

Langärmlige Oberteile sind zusätzlich ein Schutz vor Zecken. Bei der Kleidung empfiehlt sich das Zwiebelprinzip: zwischen zwei und vier Schichten übereinander anziehen. So kannst du deinem Kind einfach eine Schicht ausziehen, wenn ihm aufgrund der vielen Bewegung warm wird. An warmen Tagen reicht ein langärmliges, dünnes Shirt und darüber eine Jacke, dazu eine dünne lange Hose. Wenn es kälter wird, braucht man entsprechend mehr und wärmere Schichten.

Bei nassem Wetter – auch wenn es nur am Vortag nass war – empfiehlt sich sogenannte Matsch- oder Buddelkleidung. Dann haben die Kinder viel Spaß dabei, in Pfützen zu springen. Natürlich muss die Matschhose über den Gummistiefel angezogen werden, damit kein Pfützenwasser oben in die Stiefel gelangen kann. Die Gummibänder, die an diesen Hosen angebracht sind und über die die Schuhsohlen gezogen werden, verhindern, dass der Stiefel in der Pfütze oder im Matsch steckenbleibt.

 

  1. Tipps und Tricks zum Zeckenschutz

Ein wichtiger, einfacher Tipp sind Kopfbedeckungen bei Kindern, und zwar zu jeder Jahreszeit. Das verhindert, dass eine Zecke unter die Haare krabbelt, wo man sie nur schwer finden kann. Zecken fallen zwar nicht von den Bäumen, aber Kinder sind kleiner als Erwachsene. Kinder spielen auch gerne mal in den Büschen oder kriechen am Boden herum. Daher sollten ihre Haare im Wald immer durch eine Kopfbedeckung geschützt sein.

Helle Kleidung helfen dabei, Zecken schnell zu erkennen, denn sie stechen nicht gleich zu, sondern krabbeln erstmal auf der Kleidung.

Wer möchte, kann auf die Kleidung ein mücken- und zeckenabweisendes Mittel sprühen. Hier sollte man jedoch unbedingt auf gesundheitlich unbedenkliche Mittel achten. Viele herkömmliche Zeckenschutzmittel, die das synthetische Abwehrmittel DEET beinhalten, können für kleine Kinder tatsächlich ein gewisses Gesundheitsrisiko darstellen.

 

  1. So verhinderst du die Gefahr von Borreliose

Nach einem Waldausflug solltest du dein Kind zu Hause komplett umziehen. Zum einen, weil die Kleidung vermutlich schmutzig oder nass geworden ist, zum anderen ist der Kleidungswechsel eine weitere Zeckenvorbeugungsmaßnahme. Da Zecken nicht sofort zustechen, kann sich so ein Insekt auch erstmal in der Kleidung verstecken. Am besten, man gibt die getragene Waldkleidung daheim gleich in die Waschmaschine. Beim Umziehen kann man die Gelegenheit nutzen für einen gründlichen Zeckencheck beim Kind. Je schneller man eine Zecke entfernt, desto geringer ist nämlich das Risiko einer möglichen Borreliose-Erkrankung. Nur 10-20 Prozent der Zecken tragen überhaupt Borreliose Erreger in sich. Wenn eine dieser Zecken zugestochen hat, so dauert es dann immer noch 12-24 Stunden, bis der Erreger von der Zecke in den Menschen gelangt ist. Die beste Vorbeugung vor Borreliose ist daher, eine Zecke schnell zu erkennen und zu beseitigen.

 

  1. Die besten Tipps für Picknicks und Brotzeiten im Wald

Der Waldboden ist häufig nass oder kalt – also braucht man eine Sitzmatte, um sich vor Schmutz und Kälte zu schützen.

Wer eine Flasche Wasser und ein kleines Handtuch mitnimmt, kann sich und seinem Kind vor dem Essen die Hände waschen. Waldkindergärten verwenden häufig Lavaerde als praktischen und ökologischen Seifenersatz.

Als Brotzeiten eignet sich alles, was handlich ist, nicht so viel kleckert und bei Wärme nicht schnell verdirbt: In kindgerechten Brotboxen angerichtete geschnittene Gemüsestücke wie Paprika, Salatgurke oder Möhren; Wienerle oder Käsewürfel; festes Obst wie Äpfel oder Trauben – und natürlich ein Brot, Hörnchen oder Brötchen. Zum Trinken nimmst du am besten Wasser mit – das löscht den Durst, ohne dabei Ameisen oder andere Insekten anzuziehen.

Vergiss nicht, eine Abfalltüte mitzunehmen. Im Wald gibt es schließlich keine Mülleimer. Und wenn die Temperaturen kühler sind, ist eine Isolierflasche mit warmem, ungesüßtem Tee eine sehr gute Idee. Weitere Picknickideen findest du auch in unserem Blogpost Picknick mit Kleinkindern.

 

  1. Was ist bei der Wahl des Kinderrucksacks zu beachten?

Für Ausflüge eignen sich Rucksäcke am besten, da man damit die Hände frei hat. Wichtig ist, dass der Rucksack gut sitzt und gerade bei kleinen Kindern nicht zu groß ist. Er sollte gepolsterte Schultergurte und einen Brustgurt haben. Der Brustgurt verhindert, dass die Träger des Rucksacks beim Spielen über die schmalen Schultern des Kindes rutschen und das Tragen des Rucksacks unbequem wird.

Für Waldausflüge ist es außerdem ratsam, einen Rucksack zu nehmen, den man in der Waschmaschine waschen kann. So ist es nicht schlimm, wenn der Rucksack schmutzig wird.

Und natürlich ist es wichtig, dass auch das Design des Rucksacks deinem Kind gefällt. Schau dich doch mal bei unserem Kinder-Rucksack-Sortiment um!

 

  1. Was nimmt man mit, damit Kindern nicht langweilig wird?

Unsere Erfahrung ist, dass der Wald Kindern bereits so viele Spielanreize bietet, dass man Kinder nicht noch extra unterhalten muss. Vor allem, wenn man mehr als ein Kind mitnimmt, wird der Wald quasi zum Selbstläufer. Im Wald können die Kinder balancieren, über Äste steigen, hüpfen und springen; sie können rennen, bauen, entdecken, pirschen, erforschen und klettern.

Will man seinem Kind ein Spiel vorschlagen, so reicht schon ein Tannenzapfen, mit dem man Wurfspiele machen kann. Aus Ästen kann man dazu ein auf den Boden liegendes Tor legen.

Als ich ein Kind war, hatte mein Vater immer ein Taschenmesser dabei. Wir suchten dann die passenden Stöcke und er schnitzte uns daraus Pfeile und Bogen. Manchmal wurde aus Rindenstücken auch ein Boot geschnitzt. Das fanden wir Kinder ganz toll: Spielzeug made in the forest.

Wer lieber Basteln mag, kann Wollreste einpacken. Damit können Kinder Stöcke farbig umwickeln und sich ihre eigenen, phantasievollen Dekorationsstöcke basteln, die man zu Hause in eine leere Vase stecken kann.

Ein Handspiegel kann für Spannung sorgen, da man damit in Baumkronen hinaufschauen und ungeahnte Perspektiven entdeckt. Eine Lupe hilft, kleine Dinge zu erforschen.

Weder Taschenmesser, noch Wollreste, Taschenspiegel oder Lupe nehmen im Rucksack viel Platz ein. Im Wald benötigt man tatsächlich nicht viel, um mit Kindern tolle Qualitätszeit zu erleben.

Viele weitere Ideen findest du auch in unserem Blogpost – Raus in die Natur: Mit kleinen Kindern den Wald erkunden.

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