Treue Gefährten: Warum Kuscheltiere für Kinder so wichtig sind

Jacqueline

Wenn Kleinkinder selbstständiger werden, dann ist oft ein Kuscheltier mit im Spiel. Es gibt Sicherheit, schafft Vertrauen und hilft beim Einschlafen, wie Studien belegen.

Wer kennt sie nicht, Kinderbuchklassiker wie das Buch „Der kleine Kuschelhase. Oder: Wie ein Spielzeug lebendig wird“? In wunderschönen Bildern erzählt Margery Williams darin von einem Spielzeughasen, der als Weggefährte eines kleinen Jungen regelrecht abgeliebt wird. „Wenn dich ein Kind so richtig lieb hat, nicht nur so zum Spiel, dann wirst du lebendig!“, erzählt ihm das alte Holzpferd im Kinderzimmer. Und tatsächlich: Als die Nase kaum noch zu erkennen und das Fell ganz abgeschubbert ist, wird der kleine Hase am Ende lebendig.

Kuscheltier als Übergangsobjekt

Ob es den Kuscheltieren eurer Kinder einmal so ergeht, wenn sie mal nicht mehr geherzt, angezogen, durch die Gegend geschleppt und – ganz wichtig – mit unter die Bettdecke genommen werden, das weiß ich nicht. Aber eines weiß ich sicher: Viele Kinder haben ein Lieblingsstofftier, das sie über alles lieben. Psychologen nennen es ein Übergangsobjekt, das den Kindern beim ersten Abgrenzungs- und Ablöseprozess von den Eltern hilft. Es lindert Trennungsängste, tröstet und gibt Sicherheit und Halt. Es ist eine „emotionale Versicherung“ und Spielgefährte zugleich, wie die beiden Wissenschaftlerinnen Andrea Holler und Maya Götz in ihrer Studie „Die Gefährten der Kindheit“ herausgefunden haben: „In diesem Sinne wird das Lieblingskuscheltier zum Teil der Identitätsarbeit und dient zur Selbst-Entwicklung.“ Für viele Kinder ist es mit das Wichtigste im Leben. Und als Einschlafhilfe ist der Gefährte aus Plüsch und Stoff einfach unersetzbar.

 

Studien zeigen: Kuscheltiere geben Sicherheit

Was ich nur aus Erfahrung sagen kann, zeigt auch die Studie der Stiftung Chancen für Kinder durch Spielen. Sie belegt, dass das Lieblingskuscheltier in Deutschland von 90,2 Prozent der untersuchten Kinder als Einschlafhilfe genutzt wird. Eine Untersuchung der US-Wissenschaftlerin Katelyn S. Leiter an der East Carolina University wies ebenfalls nach, dass Kinder ihre Kuscheltiere am liebsten zum Einschlafen nutzen: „Die Kinder erzählten, dass ihre Kuscheltiere ihnen in beängstigenden oder beunruhigenden Situationen wie etwa Monstern oder schlechten Träumen helfen würden.“

Dass das Kuscheltier von den Kindern als Gefährte wahrgenommen wird, der ihnen Sicherheit gibt, bestätigen auch Holler und Götz: „Es gestaltet und überwacht den Abschied vom Alltag und den Übergang vom Tag in die Nacht.“ Natürlich sind Kuscheltiere auch eine emotionale Versicherung und eignen sich hervorragend für Rollenspiele. Aber: „Insbesondere bei den Ein- bis Vierjährigen hat so gut wie jedes Kind sein Lieblingskuscheltier beziehungsweise seine Lieblingspuppe zum Einschlafen dabei“, berichten Holler und Götz. Es beschützt die Kinder, erlebt stellvertretend ihre negativen Emotionen und hilft so bei deren Verarbeitung.

Lebens- und Krisenbegleiter

Vor allem ist das Kuscheltier aber ein Freund, zu dem Kinder eine sichere und feste Beziehung aufbauen. Bei manchen Menschen dauert diese ein Leben lang an. Etwa die Hälfte der Erwachsenen, so heißt es in der Studie „Die Gefährten der Kindheit“, besitzen ihr geliebtes Kuscheltier von damals noch heute.

Kuschelige erste Weihnacht: So schenkt ihr richtig

Ihr feiert das erste Weihnachtsfest mit eurem Kind und fragt euch, ob euer Schatz schon Geschenke bekommen soll? Darauf können wir euch keine eindeutige Antwort, aber einige Anregungen geben. Denn ausschlaggebend dafür, dass euer Baby ein fröhliches erstes Weihnachtsfest erlebt, ist weniger die Anzahl der Geschenke, als vielmehr die Stimmung in der Familie.

 

Artikel lesen