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Schule daheim: Ideen für mehr Motivation und Begeisterung beim Lernen Zuhause

sigikid

9 geniale Tipps, wie deinem Kind die „Schule daheim“ richtig viel Spaß macht

Für viele Eltern stellt die Schließung der Schulen eine große Herausforderung dar. Oft können sich Kinder im Grundschulalter den Lernstoff noch nicht alleine beibringen und benötigen die elterliche Unterstützung. Schwierig wird es, wenn Kinder dann keine Lust auf Schularbeit zu Hause haben. Wenn sie unwillig und verdrießlich lernen, zehrt das nicht nur an den Nerven der Eltern – es kann die Stimmung des ganzen Tages trüben.

Und es stellt sich die Frage, inwieweit lustloses Lernen überhaupt nützt, denn ohne selbständiges Interesse und eine eigene, von innen kommende Motivation ist man nicht besonders aufnahmefähig. Das Lernen wird zäh, mühsam und der Stoff bleibt höchstens im Kurzzeitgedächtnis hängen.

Ganz anders verhält es sich aber, wenn Kinder mit Begeisterung lernen: dann geschieht es einfach, mühelos, und fast wie von selbst. Sicherlich ist es dir bei deinem Kind schon aufgefallen: Sobald sich ein Kind für ein Thema interessiert, lernt es rasant schnell und saugt den „Lernstoff“ wissbegierig auf wie ein Schwamm. Das sieht man sogar schon bei Kleinkindern. Begeisterung ist der Grund, weshalb ein 3jähriger Junge die komplexen Begriffe der Feuerwehrausrüstung auswendig kennt. Begeisterung ist auch der Grund, weshalb ein kleines Mädchen schon die verschiedenen Pferderassen und – farben aufzählen kann. Und es ist der Grund, weshalb ein 2jähriger Junge, der sich für Werkzeug interessiert, das Wort „Kreuzschlitzschraubenzieher“ sagen kann, während ihm andere, viel einfachere Wörter fremd sind.

Sind diese Kinder hyperintelligent? Nein. Sie sind nur begeistert. Und wo immer sich ein Kind begeistert, dort ist es herausragend.

Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt treffend:

„Begeisterung ist Dünger für das Gehirn“.

 

Hier erfährst du nun, wie du den Lernstoff, die Schul- oder Hausaufgaben für dein Kind abwechslungsreicher gestalten kannst, damit das Lernen deinem Kind leichter fällt und der angeborene Spaß am Lernen und Entdecken nicht durch Frust oder Lustlosigkeit abhandenkommt.

Tipp:
Baue einen regelmäßigen „Lernspaß“-Tag in der Woche ein, an dem du die Schularbeit etwas abwechslungsreicher und interessanter für dein Kind gestaltest.

Hinweis:
Unsere Vorschläge betreffen die Grundschule, hauptsächlich die ersten zwei Klassen.

 

  1. Hausaufgaben-Schatzsuche

So machen Hausaufgaben richtig viel Spaß:

  • Schreibe auf ein Stück festes, farbiges Papier einen Ort, an dem du einen Schatz versteckst. Du kannst auch noch etwas dazu zeichnen, wenn du magst. Das ist jetzt die Schatzkarte.
  • Teile die Aufgaben, die dein Kind für heute von der Schule aufbekam, auf. Wie viele Aufgaben sind es? Nehmen wir mal an, dein Kind hat 5 Aufgaben auf (2 Arbeitsblätter, 2 Aufgaben im Arbeitsheft, und 1 Kapitel lesen). Dann schneide die Schatzkarte in 5 Teile.
  • Schreibe auf die Rückseite jedes Schatzkarten-Puzzleteils nun den Namen für die Aufgabe (z.B. „Arbeitsblatt Mathe“ oder „Arbeitsheft Deutsch“ oder „Buch Seite 5, Aufgabe 2“).
  • Nun verstecke diese Schatzkarten-Puzzleteile im Wohnzimmer.

 

Nun geht’s los:

  • Dein Kind darf sich auf die Suche nach einem Schatzkarten-Puzzleteil machen.
  • Hat dein Kind ein Puzzleteil gefunden, so muss es die entsprechende Aufgabe erledigen.
  • Erst wenn diese gemeistert wurde, darf es das nächste Puzzleteil suchen.
  • Sind alle fünf Puzzleteile gefunden worden und alle fünf Hausaufgaben gemeistert, kann dein Kind die Puzzleteile mit Tesafilm an den Schnittstellen zusammenkleben. Nun kann das ganze Blatt umgedreht werden – und voila: Jetzt sieht dein Kind die Schatzkarte und weiß, wo der Schatz versteckt liegt!

Wenn du kreativ sein möchtest, kannst du der Schatzsuche natürlich noch ein Thema geben, z.B. Piratenschatzsuche oder Prinzessinnenschatzsuche, und den Schatz entsprechend gestalten.

 

 

  1. Lernen durch Spiele

Spiele machen Spaß – und lassen sich auch fürs Lernen verwenden.

  • Aufgaben-Stopptanz:

Tanzt dein Kind gerne? Dann spiele mit ihm Stopptanz. In jeder Stopp-Pause muss erst eine Aufgabe im Heft beantwortet werden, bevor der Stopp-tanz weiter geht.

  • ABC-Würfeln:

Schreibe die Buchstaben, die dein Kind schon kann, auf Karteikarten und lege diese umgedreht auf den Boden. Dann braucht dein Kind einen Würfel. Nun geht es los: Dein Kind zieht eine beliebige Karte und würfelt. Die Zahl des Würfels zeigt deinem Kind, wie viele Wörter es finden muss, die mit dem Buchstaben auf der Karte anfangen bzw. die diesen Buchstaben in der Wortmitte haben. Hat dein Kind ausreichend Wörter gefunden (und vielleicht auch geschrieben), kommt die nächste Karte dran.

  • Zahlenfangen:

Schreibe Zahlen auf Papier und hänge sie im Haus oder Garten auf. Dann stelle deinem Kind Rechenaufgaben. Statt die Antwort zu schreiben, muss es zur jeweiligen Zahl rennen. Liest du z.B. vor: „9 minus 3 ist“, dann muss dein Kind zur Zahl 6 rennen. Dann kommt die nächste Runde Zahlenfangen dran. Am Schluss werden dieselben Rechenaufgaben noch im Mathehaft beantwortet.

  • Zahlenlaufen:

Stelle deinem Kind Rechenaufgaben – doch statt dir die Antwort zu nennen, läuft dein Kind auf dem Boden die Form der Zahl. Fragst du dein Kind z.B., wie viel 4 und 8 ist, dann läuft es die Form einer 12. Ist die Zahl richtig, gratulierst du deinem Kind mit einem High Five, die nächste Aufgabe kommt dran. Ist die Zahl falsch, wird sie korrigiert.

  • Mathe-Angeln:

Schreibe Zahlen auf kleine Pappkärtchen und hefte an jede Karte eine Büroklammer. Bastle aus einem Stock, einer Schnur und einem Magneten eine Angel. Dann kann es losgehen: Nenne deinem Kind eine Matheaufgabe. Dein Kind versucht nun, die richtige Antwortzahl zu angeln.

 

 

  1. Lernen mit dem ganzen Körper

Lernen mit dem ganzen Körper trainiert nicht nur das Körperbewusstsein, sondern sorgt auch dafür, dass man Lernaufgaben mal mit einem ganz anderen Blickwinkel betrachtet.

  • Dein Kind kann versuchen, einen riesengroßen Buchstaben oder eine Zahl aus Toilettenpapier auf den Boden zu legen.
  • Dein Kind kann eine Zahl auf dem Boden spuren, indem es die Form der Zahl entlangläuft.
  • Dein Kind kann Buchstaben mit Knete legen.
  • Dein Kind kann eine Zahl mit den Füßen stampfen oder den Händen klatschen. Auch so kann es Rechenaufgaben beantworten: indem es stampft oder klatscht.
  • Werft euch gegenseitig einen Ball zu. Jedes Mal, wenn dein Kind den Ball fängt, muss es erst eine Frage beantworten, bevor es den Ball wieder zurückwerfen darf.

 

 

  1. Humorvolle Einlagen: Handpuppen

Gibt es trockenen Lernstoff bei deinem Kind abzufragen? Lass das doch eine Handpuppe tun, die für jeden Spaß zu haben ist und die das Kind auf besonders humorvolle Weise abfragt.

Die Handpuppe kann beispielsweise viele Fehler machen – und dein Kind darf die Handpuppe dann korrigieren.

Oder die Handpuppe erzählt eine Geschichte, die das Kind dann berichtigen muss. Zum Beispiel so:

„Hallo (Name deines Kindes). Weißt du was? Gestern hab ich fünf Gummibärchen gegessen. Und dann nochmal drei Gummibärchen. Ich hab also 12 Gummibärchen gegessen, denn fünf und drei ist 12. Aber mein Freund, der Seppl, meint, fünf und drei wäre siebeneinhalb. Wer hat denn jetzt Recht?“

Die Handpuppe kann deinem Kind aber auch ein Arbeitsblatt zeigen und dein Kind bitten, ihm zu erklären, worum es dort geht: „Nanu, was ist das? Schau mal, hier oben, da sind zwei Strohhalme abgebildet. Hm, gibt es hier was zu trinken? Erdbeermilchshake? Achso… Das sind gar keine Strohhalme? Das ist eine Zahl? Eine Elf? Interessant. Und was macht man mit der Zahl? Erklär mal!“

 

 

  1. Lernen mit Musik

Musik prägt sich gut ein, sorgt für Abwechslung und Spaß. Suche im Internet nach (Kinder-)Liedern, durch die sich Buchstaben, Zahlen oder Englisch gut einprägen lassen.

Hier ein paar Beispiele:

 

 

  1. Lernen durch Reime, Merksprüche und Eselsbrücken

Eine Eselsbrücke ist ein Merkspruch, gewöhnlich in Reimform, durch den man sich etwas besser einprägen kann.

Hier ein paar Beispiele:

 

 

  1. Integriere die Themen, für die sich dein Kind begeistert, in seine Schul-/Hausaufgaben

Ist dein Kind ein begeisterter Dinoforscher? Dann übe mit ihm Lesen oder Schreiben anhand von Texten oder Sätzen rund um das Thema Dinosaurier.

Backt dein Kind gerne? Dann integriere Zählen und Rechnen ins Backen:

Nimm ein Rezept, z.B. unser Pinky Queeny Himbeer-Weiße-Schokolade-Muffinrezept, und schreibe es (je nach Lernstand deines Kindes)um:

  • Butter in g: 50 + 50 = ____
  • Brauner Zucker in g: 100 + 10 = _____
  • Eier: 15 – 13 = ______
  • 1 Prise Salz
  • Dinkelmehl in g: 200 + 50 = _____
  • Backpulverpäckchen: 10 – 9 = ____
  • Himbeeren in g : 100 + 50 = _____
  • Weiße Schokodrops in g: 200 – 100 = ______
  • Liebt dein Kind alles, was mit Prinzessinnen zu tun hat? Dann lass es rechnen üben anhand von Kunststoff-Glitzersteinen.
  • Möchte dein Kind später einmal Polizist werden? Dann übe Multiplikation anhand von Polizeigegenständen: In einem Polizeiauto befinden sich drei Funkgeräte. Wieviel Funkgeräte befinden sich in vier Polizeiautos (3 x 4 = ? )? Wenn in jedem Polizeiauto zwei Polizisten sitzen, wie viele Polizisten fahren in 5 Polizeiautos (2×5 = ?).

 

 

  1. Wähle ungewöhnliche Lernorte

Lernen muss nicht am Schreibtisch stattfinden. Eine Abwechslung des Lernorte sorgt dafür, dass Interesse und Neugier geweckt wird.

  • Baue mit deinem Kind eine Höhle, setzt euch mit Lampen hinein und übt dort das Lesen.
  • Bei schönem Wetter könnt ihr in die „Waldschule“ gehen: Der Wald bietet nicht nur unzählige Spiel-, Bewegungs- und Tobemöglichkeiten. Hier lässt sich auch vieles zum Thema Natur entdecken und lernen. Aber auch Rechnen und Lesen lässt sich hier üben. Mit Tannenzapfen kann man addieren und subtrahieren. Bäume kann man zählen. Wenn man ein altersgerechtes Buch über den Wald mitnimmt, kann das Kind lesen üben und ganz nebenbei dabei die verschiedenen Baumarten kennenlernen. Findet das Kind hier im Wald die Pflanzen und Bäume wieder, die im Buch beschrieben sind?

In unseren Blogs Tipps für Waldausflüge und Waldausflüge mit Kindern findest du weitere praktische Tipps.

 

 

  1. Integriere das Lieblingsspielzeug deines Kindes in die Schulaufgaben

  • Eine Rechenaufgabe lässt sich nicht nur auf Papier schreiben – man kann sie auch mit dem Legosteinen nachbauen! Das sorgt auch dafür, dass dein Kind das Rechnen besser begreift.
  • Mit Spielfiguren lassen sich Texte, die ein Kind schreiben oder lesen soll, anschließend nachspielen.
  • Hat dein Kind eine Lieblingspuppe? Dann lass dein Kind Schule spielen: Die Puppe ist die Schülerin, dein Kind der Lehrer/die Lehrerin. Nun erklärt der kleine Lehrer/die kleine Lehrerin der Puppe das, was er/sie heute selbst gelernt hat. Solltet ihr eine kleine Kreidetafel zu Hause haben, eignet sich diese prima zum Schulespielen.

 

 

 

 

 

 

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