Schleife, Knopf und Reißverschluss: So ist’s kinderleicht

Jacqueline

Schnürsenkel, Knopf oder Reißverschluss sind echte Herausforderungen für Kinderhände. Mit Fingerübungen und Reimen fällt das Lernen leicht.

Manchmal scheint es wie ein kleines Wunder: Euer Kind wird jeden Tag selbstständiger. Es will möglichst viel alleine machen: anziehen, essen mit Besteck, Laufrad fahren. Natürlich klappt nicht alles. Aber euer Kind wird immer geschickter. Trotzdem gibt es Tage, an denen ihr euch Sorgen macht. Müsste es nicht längst eine Schleife binden können? Einen Reißverschluss öffnen und seinen Hosenknopf selbstständig schließen? In welchem Alter muss es solche feinmotorischen Kniffe beherrschen? Und wie könnt ihr sie zusammen üben?

Zunächst einmal: Jedes Kind hat sein eigenes Lerntempo. Wenn der Kita-Freund stolz seine Schuhe zubindet und sich die Jacke zuknöpft, heißt das nicht, dass euer Kind das ebenfalls können muss. Das Schleifebinden ist nämlich eine feinmotorische Höchstleistung! Euer Kind braucht dafür räumliches Vorstellungsvermögen, eine gute Hand-Auge-Koordination und viel Geduld. Tugenden, die ihr ihm nicht zu früh abverlangen solltet – das bringt nur Frust. In der Regel könnt ihr davon ausgehen, dass euer Kind ab einem Alter von vier bis fünf Jahren in der Lage ist, eine Schleife zu binden. Auch Knöpfe und Reißverschlüsse kann ein durchschnittlich entwickeltes fünfjähriges Kind öffnen und schließen, so heißt es zum Beispiel in einem Informationsblatt für Erzieher.

 

Kuscheltiere sind geduldige Übungsgehilfen

Trotzdem schaffen es heute sogar viele Grundschüler nicht, eine richtige Schleife zu binden. Wir tragen immer mehr Schuhe mit Klettverschluss, da fehlen oft die Vorbilder und die Motivation, um das Schleifebinden richtig zu lernen. Weil aber nur Übung den Meister macht, könnt ihr eurem Kind eine Lernfigur schenken. Die flauschig weichen Kuscheltiere sind Spielkameraden und zugleich geduldige Lehrmeister. An ihnen könnt ihr eurem Kind zeigen, wie man verschiedene Verschlüsse öffnet und schließt. Denn Hase, Bär und Affe haben verschiedene Kleidungsstücke an, die allerhand zu bieten haben: Knöpfe am Ärmel, einen Schnürsenkel am Schuh, einen Reißverschluss an der Jacke.

Reime verbildlichen das Schleifebinden

Nützlich sind auch Reime, die eurem Kind helfen, sich den schwierigen Vorgang des Schleifebindens bildlich vorzustellen und zu merken. Zum Beispiel diesen:

Die Maus baut ein Haus (Schlaufe legen)

geht ums Haus (zweites Band um die Schlaufe legen)

und kommt vorne wieder raus (durch die entstandene Schlaufe durchziehen und festziehen)

 

Feinmotorik im Alltag trainieren

Aber schon bevor es wirklich um Knoten und Schleifen geht, solltet ihr im Alltag ganz spielerisch die Feinmotorik eures Kindes trainieren. Damit könnt ihr im Kleinkindalter beginnen: Lasst euer Kind Sticker in ein Album kleben oder Schmuck basteln, indem es große Perlen auf eine Schnur fädelt. Gute Fingerübungen sind auch Kneten und Puzzeln. Die Hand-Auge-Koordination wird beim Bauen mit Legosteinen oder Bauklötzen gefördert. Alles Spiele, die ihr nach der Krippe oder dem Kindergarten mit eurem Liebling zusammen spielen könnt. Ihr werdet sehen, dann heißt es auch bei Schleife, Knopf und Reißverschluss bald: „Mama, ich kann das doch alleine!“