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Mutterinstinkt: Vertraue deinem inneren Kompass

Julia

Spätestens mit der Geburt des ersten Kindes sind Eltern mit unzähligen Fragen und Entscheidungen konfrontiert. Um den für deine Familie besten Weg zu finden, gibt es nicht nur äußere Wegweiser, sondern auch einen verlässlichen, inneren Kompass: Der Mutterinstinkt.

„Intuition ist Wissen ohne Wissenschaft“

Kersten Kämpfer

 

Die Zeit, in der wir uns befinden, nennt sich Informationszeitalter – was nichts weniger bedeutet, als dass wir täglich konfrontiert werden mit einer wahrlichen Flut an Informationen. Auf jede erdenkliche Frage gibt es nicht mehr nur eine, sondern unzählig viele Antworten. Dabei kann jede dieser Antworten wiederum eine Vielzahl unterschiedlicher Formen annehmen: Ratgeberbücher und Foren, Webseiten und Artikel, Informationsbroschüren und Zeitungen, Magazine und Zeitschriften, Social Media Posts und Videos, Kommentare, Bewertungen und Erfahrungen. Dank Google & Co. sind wir es gewohnt, schnell und einfach per Knopfdruck Ratschläge und Antworten zu erhalten. Das ist nicht nur nützlich und praktisch, sondern auch zeitsparend und äußerst bequem. Einen Nachteil gibt es jedoch: Durch die sofortige Verfügbarkeit von äußeren Meinungen und die Fülle von Ratschlägen anderer Leute verlernen wir es, auf unsere eigene Intuition zu hören und ihr zu vertrauen. Doch insbesondere, wenn wir Eltern werden, ist dieses intuitive Gespür wichtig.

 

Die Suche nach dem Besten für das Kind

Geben wir es zu: Jeder will nur Beste für sein Kind. Doch was ist das Beste? Ist das, was das Beste für das Kind meines Nachbarn ist, gleichzeitig auch das Beste für mein Kind? Die meisten würden diese Frage verneinen. Dann lohnt es sich, weiterzufragen: Wie verhält es sich, wenn ich statt „Nachbarn“ andere Namen einsetze? Ist das, was das Beste für das Kind meiner Verwandten und Freunde, der Psychologin, der Erzieherin oder des Kinderarztes ist, auch gleichzeitig das Beste für mein Kind?

Wenn wir Eltern werden, gibt es unzählige Entscheidungen zu treffen. Das fängt schon an beim Geburtsort oder der Geburtsweise: Sanfte Geburt mit Entspannungstechniken, Wassergeburt, Spinalanästhesie oder Kaiserschnitt? Doch das ist erst der Anfang einer ganzen Fülle weiterer Entscheidungen, die es zu fällen gibt:
Elternbett oder Kinderbett? Windeln oder windelfrei? Schnuller oder Brust? Schlaftraining oder elterlicher Schlafmangel? Schreien lassen oder sofort reagieren? Tragetuch oder Kinderwagen? Brei oder Fingerfood? Wird dann aus dem Baby ein Kleinkind, wird es nicht einfacher. Man denke nur an all die verschiedenen – und teils sehr gegensätzlichen – Erziehungsmethoden. Welchen Weg schlagen wir als Eltern hier ein?

 

Entscheidungsfindung an der Wegkreuzung

Stell dir vor, jede Entscheidung, die du zu treffen hast, wäre eine Wegkreuzung. Die Ratschläge von Freunden, Bekannten, Verwandten, Büchern, Videos oder Artikeln sind dabei ein Wegweiser mit Pfeilen, die in viele verschiedene Richtungen zeigen. Jeder Pfeil ist davon überzeugt, den besten, den allein richtigen Weg, zu kennen. Je unterschiedlicher die Ratschläge und Meinungen anderer ausfallen, desto mehr Pfeile hat der Wegweiser.

Manchmal bestätigen uns die Pfeile der Wegweiser, manchmal jedoch verunsichern sie uns. Manchmal zeigen sie in Richtungen, die wir selbst nicht einschlagen würden. Während wir nun so vor den Wegweisern stehen und uns den Kopf darüber zerbrechen, welchem Pfeil wir folgen sollen, vergessen wir häufig, dass wir die ganze Zeit einen Kompass in uns tragen. Dann hilft es, still zu werden, innezuhalten, und auf diese leise, liebevolle Stimme zu hören, die ein sehr verlässlicher – doch oft auch vernachlässigter – Ratgeber ist, und der sich Mutterinstinkt nennt. Oder in anderen Worten: Intuition.

 

Wie du herausfindest, was dein Mutterinstinkt dir sagt

Um herauszufinden, was deine Intuition dir raten würde, kannst du dich fragen, wie du handeln würdest, wenn du auf einer einsamen Insel wärst. Hier redet dir keiner rein, du kannst keinen um Rat fragen, es gibt weder Bücher, noch Smartphone, noch Internet. Niemand macht dir einen Vorschlag, und niemand wird dich für deine Entscheidung kritisieren.
Stell dir vor, die Optionen, die du in deinem Alltag hast, wären auch auf der Insel verfügbar. Auch hier gibt es die Option Elternbett und Kinderbett, die Option Windel oder keine Windel, die Option Tragetuch oder Kinderwagen. Nur musst du hier niemandem etwas beweisen, du musst es niemandem recht machen, du musst niemandem einen Gefallen tun. Du kannst ganz alleine entscheiden. Es gibt kein Richtig und kein Falsch; es gibt keine Kritik und keine Vorwürfe. Wenn du auf so einer Insel wärst: wie würdest du dich entscheiden? Und warum würdest du deine Entscheidung treffen?
Die Idee für dieses Gedankenspiel stammt von William Sears, einem amerikanischen Kinderarzt, der den Begriff Attachment Parenting etablierte. Von ihm stammt folgender Satz:

„Wenn Sie auf einer Insel wären und keine Schwiegermutter, keine Psychologen, keine Ärzte, keine Experten um sich hätten, dann wäre es das [Attachment Parenting], was Sie natürlicherweise und instinktiv tun würden, um Ihrem Baby die beste Investition zu geben, die Sie jemals geben werden.“

William Sears kam zum Schluss, dass eine der natürlichsten Methode der Kindererziehung das sogenannte Attachment Parenting ist – eine „bindungsorientierte“ Erziehung, für die das deutsche Wort Mutterinstinkt wohl eine sehr treffende Übersetzung wäre.

Das Ganze lässt sich an einem Beispiel veranschaulichen:

Ein wichtiger Aspekt des Attachment Parenting lautet, das Schreien des Babys zu beachten und ernst zu nehmen.

Angenommen, du hättest tatsächlich, Robinson Crusoe ähnlich, dein Baby auf einer Insel geboren. Würde dein Baby schreien, würdest du sicherlich kaum sagen: „Das stärkt die Lungen, ich lass es jetzt erstmal eine Weile brüllen, dann erst schau ich nach was los ist“. Du würdest mit Sicherheit auch nicht sagen: „Es ist in der Nacht, ich werde mich erst ab 6 Uhr morgens um meinen Säugling kümmern. Das Baby muss lernen, sich selbst zu beruhigen und wieder einzuschlafen“. Gewiss würde dir so ein Gedanke nicht mal in den Kopf kommen – besonders nicht, wenn du auf dieser Insel noch nie von diesen äußerst fragwürdigen Ratschlägen gehört hast, die tatsächlich früher manchen Müttern geraten wurden. Stattdessen würdest du auf dein Herz – deinen Mutterinstinkt – hören. Instinktiv würdest du dein Kind in den Arm nehmen.

 

Der Nutzen und Unnutzen von Ratschlägen

Ratgeber und Wegweiser sind nicht schlecht. Sie können sogar sehr hilfreich und nützlich sein. Sie können eine Bestätigung sein für das, was du in dir spürst, und dich ermutigen, den Weg einzuschlagen, den dein innerer Kompass dir zeigt. Sie können dich auch inspirieren und dich auf Ideen bringen, die dir sonst vielleicht nie gekommen wären. Sie sind nützlich, um über den Tellerrand unserer eigenen Prägungen hinauszuschauen, Neues zu erfahren und sich Besseres  anzueignen. Manchmal helfen sie auch, deinen inneren Kompass wieder zu finden und Klarheit in einer Situation zu bekommen.

Unnütz werden Wegweiser jedoch dann, wenn sie dich unter (Erwartungs-)Druck setzen oder wenn sie dich in einen inneren Konflikt führen. Dann solltest du dich daran erinnern: Es geht weder darum, es anderen recht zu machen, noch darum, sich vor anderen als die perfekte Mutter (oder den perfekten Vater) zu erweisen. Es geht darum, mit dir selbst im Einklang zu sein und zu bleiben. Eine Herzensbeziehung zu seinem Kind lässt sich nur aufbauen, wenn man selber mit seinem eigenen Herzen verbunden bleibt.

„Mehr als alles andere, behüte dein Herz! Denn aus ihm entspringt die Quelle des Lebens“ (Sprüche 4,23, Bibel)

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