(evgenyatamanenko | www.istockphoto.com)

Krise oder Chance? So gewinnen Familien dieser Zeit das Beste ab

Julia

Kindergeburtstag ohne Freunde, Urlaub zu Hause, Besuchsverbot bei den Großeltern… So könnt ihr mit euren Kindern trotzdem eine schöne Zeit zu Hause erleben.

Wir befinden uns grade in einer Zeit großer Verunsicherung. Dies bleibt nicht mal den Verwundbarsten unserer Gesellschaft verborgen: Unseren Kindern. Sie erleben nicht nur die Schließung ihres Kindergartens, sondern auch die Sperrung der Spielplätze, verschobene Kindergeburtstagsfeiern oder das Verbot von Verabredungen mit Freunden. Sie erleben Besuchsverbot bei den Großeltern, wenn diese der Risikogruppe angehören und sind mit der Schließung von Kinderkursen und Schwimmbädern konfrontiert. Bei vielen kommt dann noch die Stornierung des Familienurlaubs hinzu, auf den sie sich schon so gefreut hatten. Auf einen Schlag änderte sich die Welt – nicht nur für die Großen, sondern auch für die Kleinen.

Wie werden wir, wie werden unsere Kinder diese Zeit in Erinnerung behalten? Was können wir tun, damit nicht Gefühle von Unsicherheit, Angst, Verboten, Verzicht und Verlust zurückbleiben? Wir können diese Zeit z.B. als besonders intensive Familienzeit erleben: Zeit für Zuwendung, Zeit zum Entschleunigen, Zeit zum Lachen, Spielen und Kuscheln, und Zeit, sich auf das zu besinnen, was im Leben wirklich wichtig ist.

 

Wir haben hier einige Tipps für euch zusammengestellt:

Stornierung des Familienurlaubs

Dann heißt es: Ferien auf Balkonien oder auf der île de jardin (zu deutsch: Garteninsel – sprich: Garten). Statt Badestrand bieten sich hier Sonnenbäder an – gerne auch ganz urlaubstypisch auf Strandtüchern und Liegestühlen. Statt Poolbar gibt es selbst gemachte, alkoholfreie Cocktails aus Säften. Zum Beispiel Kirsch- und Bananensaft, der im Glas zu einem wundervoll marmorierten Kiba-Kindercocktail wird. Statt Kinderanimation gibt es vor dem Schlafengehen eine eigene Kinderdisko: Ein paar passende Kinderlieder heraussuchen und dann gemeinsam mit den Kindern dazu tanzen, lachen und singen.

 

Schließung des Schwimmbads und der Therme

Dann heißt es: Schaumbadparty!!! Badewannenzeit kann zur spaßigsten Zeit des Tages werden, wenn man sich Schaumbärte unters Kinn und skurrile Schaumfrisuren auf den Kopf formt. Wer ohne Schaum badet, darf vielleicht mal die Wasserspritzen mit in die Wanne nehmen. Das sorgt zwar für ein nasses Badezimmer – aber auch für mega viel Spaß! Umso mehr, wenn man noch eine Zielscheibe an die Kacheln über der Wanne hängt. Oder, für kleine Feuerwehrfans, eine gemalte Feuerflamme.

 

Ausfall der Kindertheatervorstellung

Kein Problem! Aus Decken und Stühlen lässt sich schnell eine Theaterbühne als Familienentertainment bauen. Dann werden die Handpuppen ausgepackt. Man überlegt sich eine Geschichte und malt Plakate. Natürlich dürfen auch Eintrittskarten nicht fehlen. Vielleicht spielen die Eltern den Kindern vor? Die Kinder den Eltern? Oder alle zusammen den Stofftieren, die voller Staunen auf den Zuschauersitzen hocken?

 

Kein Treffen mit Kindergartenfreunden

Das ist schade. Aber man kann seinem Kind vorschlagen, ein Bild für seine besten Freunde zu malen. Das fotografiert man mit dem Smartphone ab und verschickt es via Email oder Whatsapp an die Eltern der Freunde: „Hallo Pia, das hat Lisa für dich gemalt.“ Mit Spannung wird dann abgewartet, was Pia für eine Rückantwort schickt…

 

Schließung von Restaurants

Stattdessen wird ein 5-Sterne-Lokal in der eigenen Wohnung oder im eigenen Haus eröffnet. Mit seinem Kind kann man Lieblingsgerichte planen und eine Menükarte erstellen / ermalen. Dann wird eingekauft, der Tisch wird elegant gedeckt. Während die Mutter oder der Vater mit dem Kochen beschäftigt ist, darf das Kind Tischkärtchen malen und Tischdekoration basteln. Mit Tischtuch, Porzellangeschirr und Kerzen wirkt der Esstisch nun tatsächlich wie in einem echten Restaurant. Tipp: Plane mehr als einen Gang ein und verbinde den „Restaurantbesuch“ mit einem anschließendem gemeinsamen Brettspielabend.

 

Besuchsverbot bei den Großeltern

… wenn diese einer Risikogruppe angehören? Auch hier kann man kreativ sein: Tägliche, telefonische Verabredungen zum Beispiel. Vielleicht mag Oma oder Opa dem Kind eine kurze Geschichten vorlesen? So wird das Telefon zum Gute-Nacht-Geschichten-Telefon. Auch würden sich die Großeltern sicher über kleine Basteleien des Kindes freuen, die man ihnen per Post schickt oder vor die Haustür legt. Wichtig für beide Seiten ist, den Kontakt nicht abbrechen zu lassen.

 

Spielplatzsperrung

Wer einen Garten hat, kann sich glücklich schätzen. Für die „Gartenlosen“ kann das Wohnzimmer zum Abenteuer-Spiel-Parcours umgebaut werden: Kissen und zusammengerollte Decken zum Balancieren auf den Boden legen; Stühle zum Durchkriechen aufstellen; Bücher zum Drüberhüpfen hinlegen oder einen Kriechtunnel bauen. Wer das noch mit einem Motto verbindet (Piraten, Vulkanforscher, Meerjungfrauen o.Ä.), und der Fantasie der Kinder freien Lauf gibt, wird sich schnell in einem unvergesslichen Abenteuer wiederfinden. Braucht es noch eine Verkleidung? Eine Schatzkarte? Schutzausrüstung? Ein paar Haifischflossen, die man aus Pappe schneidet und senkrecht auf den blauen Teppich stellt? Oder gar eine Rakete, die man aus alten Kartons baut, um damit ins Weltall zu fliegen?

 

Konzertabsage

Wie wäre es, als Familie zusammen zu musizieren? In der eigenen Familie braucht man sich vor falschen Tönen nicht zu schämen. Wenn niemand ein Instrument spielt: schon ein umgedrehter Eimer kann zu einer Trommel werden. Gefragt sind nicht Perfektion oder Talent, sondern einfach die gute Laune und der Spaß dabei, Zeit zusammen zu verbringen. Vielleicht spielt man auch „Unsere Familie sucht den Superstar“: Wer singt das Lied mit dem witzigsten Text? Wer findet den coolsten Rhythmus für die Eimer-Trommel? Wer ist der beste Tänzer? Wer erzählt die beste Geschichte? Wer kann ein Lineal auf seinem Kopf balancieren? Wer schafft es, auf Zehenspitzen zu stehen und dabei zu krähen wie ein Hahn?

 

Ausfall von Kinderturnen

Wer hat Lust auf eine Runde Familienfitness? Ein bisschen Musik, Trainingsmatten – und schon geht’s los. Es wird nicht lange dauern, bis das Kind / die Kinder von sich aus mitmachen wollen. Anleitungen wie beispielsweise Kinderyoga findet man inzwischen auch auf Youtube.

 

Verschiebung eines Kindergeburtstags

Verschoben ist nicht aufgehoben. Damit die Enttäuschung nicht allzu groß ist, könnte man an Stelle eines Kindergeburtstags eine Kuscheltiergeburtstagsparty veranstalten: Dazu darf das Kind sich aussuchen, welche seiner Stofftiere oder Puppen eingeladen werden. Es werden leckere Muffins gebacken und ein kleiner Tisch für die textilen Gäste gedeckt. Es wird dekoriert – und natürlich gibt es auch Topfschlagen, Stopptanz und andere Lieblingsspiele des Kindes. Bei den Spielen schauen die Kuscheltiere lieber zu. Dafür machen Mama, Papa oder die Geschwister mit. Vielleicht gibt’s auch noch eine Quatschgeschichte: Man liest dem Kind und den Kuscheltieren eine bekannte Geschichte vor – macht dabei aber immer wieder Fehler. Sobald ein Kind einen Fehler entdeckt, ruft es laut: „Quatsch mit Soße!“. Zum Beispiel: „Es war einmal ein Mädchen mit roter Mütze, das hieß Blaukäppchen. Das wollte seine Großmutter besuchen. Also ging es los ins Kino. Usw.“ Und am Schluss der Feier gibt es noch für jedes Kuscheltier ein Gummibärchen-Mitgebsel.

Tipp: Macht von der Kuscheltiergeburtstagsfeier oder den anderen Events Fotos und schaut sie euch mit eurem Kind nochmal zusammen an, wenn ihr es am Abend ins Bett bringt.

Das könnte dir auch gefallen