Im eigenen Tempo – Jedes Baby entwickelt sich anders

sigikid

Jede Mutter und jeder Vater weiß, dass ihr Kind einzigartig ist. Und dennoch machen wir Eltern uns Sorgen, sobald unser Kind in seiner Entwicklung vom Durchschnitt abweicht. Doch was ist überhaupt der Durchschnitt? Wir gehen dieser Frage nach und hoffen damit so manch elterliche Sorge in Gelassenheit und Vertrauen auf den inneren Kompass des Kindes umwandeln zu können.

„Jede Schneeflocke und jedes Kind haben etwas gemeinsam: sie sind alle einzigartig.“
(unbekannter Autor)

 

Vielleicht wünschen wir uns, dass unser Baby mit 6 Monaten durchschläft – aber selbst mit drei Jahren wacht es nachts noch auf. Vielleicht lernt unser Kind erst mit 16 Monaten das Laufen und wir fragen uns besorgt, ob es ein Spätzünder ist. Und wenn ein Kind mit 2 ½ Jahren noch nicht redet, ist das noch normal oder schon ein Fall für den Therapeuten?

Einerseits freuen wir uns über die Einzigartigkeit unseres Kindes, doch andererseits macht uns diese Einzigartigkeit Sorge, wenn die Entwicklung nicht ganz dem Durchschnitt entspricht.
Doch was ist überhaupt der Durchschnitt? Mit diesem Blog gehen wir dieser und anderen Fragen nach und hoffen, so manche elterliche Sorge mit Gelassenheit und Vertrauen in den inneren Kompass des Kindes ersetzen zu können.

 

Es ist völlig normal, wenn sich Kinder nicht in jedem Bereich der Norm zu entsprechen

„Nicht alle Kinder Lernen das Gleiche zur gleichen Zeit auf die gleiche Weise!“
(Kathy Walker)

Das eine Kind läuft schon mit 8 Monaten, fängt dafür aber erst sehr spät zu sprechen an.
Ein anderes Kind redet schon mit zwei Jahren komplexe Wörter, aber wird vielleicht erst mit 4 Jahren windelfrei.
Ein Kind kann schon mit fünf Jahren lesen, ein anderes zeigt erst mit sieben Jahren Schulreife.
Jeder Mensch ist anders.
Jedes Kind entwickelt sich in seinem eigenen Tempo. Es folgt dabei einem ihm innewohnenden, ganz individuellen Kompass. Und das ist völlig okay so!

Das Schwierige dabei ist nicht die Entwicklung der Kinder selber, sondern der (oft auch nur unausgesprochene) Erwartungsdruck der Gesellschaft:

Was, dein Baby kann immer noch nicht krabbeln?
Du stillst dein Kind immer noch?
Dein Baby schläft noch nicht durch?
Dein Kind braucht noch eine Windel?
Dein Kind redet noch keine Sätze?
Und so weiter, und so fort.

Ein solcher Erwartungsdruck geht weiter und weiter, bis in die Pubertät und sogar bis ins Erwachsenenleben hinein. Dabei gilt: Dass es Erwartungen gibt, kann man nicht ändern.
Aber man kann ändern, wie man damit umgeht. Bereitet es einem Stress oder Sorge, wenn man diesen Erwartungen nicht gerecht werden kann oder wenn es eine Abweichung von der Norm gibt? Oder begegnet man dem mit Gelassenheit und innerer Entspanntheit, im Wissen, dass jeder Mensch einzigartig und auf seine Weise besonders ist?

Tatsächlich ist es normal, nicht in jedem Bereich komplett der Norm zu entsprechen. Von Vincent van Gogh stammt das schöne Zitat: „Die Normalität ist eine gepflasterte Straße; man kann gut darauf gehen – doch es wachsen keine Blumen auf ihr.“ Was in diesem Kontext bedeuten würde, dass es gerade jene kleinen Abweichungen von der Normalität sind, die die Schönheit und das Wunder der Einzigartigkeit eines Menschen betonen.

 

Entwicklung ist keine schmale Spur, sondern eine mehrspurige Autobahn

„Die Aufgabe der Umgebung ist nicht, das Kind zu formen, sondern ihm erlauben, sich zu offenbaren.“
(Maria Montessori)

Was ist bei der Entwicklung eines Kindes eigentlich normal?
Vielleicht ist es schon eine befreiende Nachricht, wenn man sich anschaut, wie weit und breit die Grenzen der Normalität tatsächlich gesteckt sind. Die Grenzen von dem, was als normal betrachtet wird, sind tatsächlich recht weit gesteckt. Normalität ist keine enge Spur, sondern eher eine mehrspurige, sehr breite Autobahn! Und denk dran – Autobahnen haben zusätzlich sogar noch Hilfsstreifen. Man kommt also nicht gleich von der Autobahn ab, nur wenn man eine Spur verlässt.

Hier gehen wir ein paar der wichtigsten Fragen nach:

Wann sollte ein Kind krabbeln können?
Kinder müssen nicht krabbeln können. Es gibt Babys, die überspringen das Krabbeln einfach!

Wann sollte ein Kind laufen können?
Manche Babys beginnen schon mit 8 Monaten die ersten Gehversuche – andere fangen erst mit 17 Monaten an.

Wann sagt ein Baby seine ersten Wörter?
Das kann schon mit einem Jahr geschehen oder auch erst mit 2 ½ Jahren. Wenn jedoch das Kind auch nach seinem 3. Geburtstag immer noch kein Wort redet, sollte man einen Sprachtherapeuten aufsuchen.

Wann ist eine undeutliche Aussprache normal, wann ein Fall für den Logopäden?
Tatsächlich ist es auch mit vier Jahren völlig okay, wenn ein Kind bestimmte Laute noch nicht klar ausspricht. Vieles muss nicht gleich „therapiert“ werden, sondern gibt sich mit der Zeit von selbst. Mit ungefähr 6 Jahren sollte ein Kind alle Laute dann richtig aussprechen können. Da eine ungenaue Aussprache verschiedene Gründe haben kann, empfiehlt es sich, mit dem Kinderarzt oder einem Logopäden zu sprechen, wenn man sich unsicher ist.

Welche Bewegungen sollten Zweijährige schon beherrschen?
Kinder lieben es, sich zu bewegen! Aber sie bewegen sich nicht alle gleich. Die einen Kinder sausen schon mit 2 Jahren mit dem Laufrad herum – die anderen trauen sich das nicht. Die einen springen über Stock und Stein – die anderen sind in ihrer Bewegung eher vorsichtig. Und das Schöne daran ist: all das ist normal.

Wann sollte ein Kind windelfrei sein?
Viele Kinder werden zwischen dem 3. und 5. Lebensjahr windelfrei. Auch hier gibt es kein normal oder unnormal. Wie viele junge Erwachsene kennst du, die immer noch Windeln tragen? Wenn es keine körperliche Ursache gibt, dann ist bislang noch jedes Kind windelfrei geworden. Entspann dich, wenn es nicht so schnell geht, wie du es dir vielleicht vorgestellt hast.

Wann fangen Babys an, durchzuschlafen?
Ein Durchschlafen von 10 Stunden am Stück ist für Kinder im 1. Lebensjahr noch nicht möglich. Wer bei Babys vom Durchschlafen spricht, meint damit eine Dauer von ungefähr sechs Stunden. Das kann bei Babys tatsächlich schon mit 6 Monaten der Fall sein – muss aber nicht. Die Deutsche Gesellschaft für Kinder und Jugendmedizin weist darauf hin, dass das mehrmalige nächtliche Aufwachen von kleinen Kindern sogar bis zu einem Alter von fünf Jahren normal ist und mit den wechselnden Schlafphasen zu tun hat.

 

Prominente Beispiele von Spätzündern

Manchmal hilft es auch, daran zu denken, dass auch viele berühmte Persönlichkeiten in ihrer Kindheit sogenannte Spätzünder waren oder durch Abweichungen von der Norm auffielen. Ein prominentes Beispiel wäre z.B. Albert Einstein, der (angeblich) erst mit drei Jahren mit dem Sprechen anfing. Auch seine sozial-emotionale Entwicklung zeigte deutliche Auffälligkeiten. Als Schüler galt er eher als schwierig und undiszipliniert. Sein Lehrer sagte sogar, „es werde nie in seinem Leben etwas Rechtes aus ihm werden“. Doch aus genau jenem Albert Einstein, dessen Auffälligkeiten so manchen Eltern Grund zur Sorge gegeben hätten, wurde einer der berühmtesten und genialsten Wissenschaftler.

Du siehst: Eine langsamere Entwicklung als Baby oder andere Auffälligkeiten sagen noch lange nichts voraus über Intelligenz, Fähigkeiten oder den späteren Werdegang eines Menschen!

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