Heilsame Nähe zwischen Kindern: Tipps & Spielideen

Jacqueline

Liebevolle Umarmungen von den Eltern tun Kindern gut. Aber auch die körperliche Nähe mit Gleichaltrigen fördert die Entwicklung eures Kindes.

Kinder brauchen Berührung für ihr Wohlbefinden und ein gesundes Wachstum. Während einer Kuscheleinheit schütten sie das Hormon Oxytocin aus, das ihren Stresslevel senkt. Wird ein Kind regelmäßig umarmt, wirkt sich das positiv auf sein Immunsystem und sein Selbstwertgefühl aus. Dieses „Urvertrauen“, das Kinder im Elternhaus durch liebevolles Kuscheln erfahren, können sie jedoch auch bei Gleichaltrigen erleben. Kinder suchen den Körperkontakt viel stärker als Erwachsene – besonders untereinander.

Da ihre verbalen Kommunikationsfähigkeiten noch nicht so ausgereift sind, treten Kinder auf dem Spielplatz oder Geschwister zu Hause sehr schnell miteinander in Körperkontakt. Da wird sich umarmt und geküsst, aber auch geschubst und gerauft. Für Erwachsene ist es manchmal nicht so leicht zu erkennen, wie freundschaftlich und freiwillig diese Rangeleien oder auch Liebesbekundungen sind und wann ein Kind Hilfe benötigt. Da empfiehlt es sich, erst mal nur zu beobachten. Ihr könnt darauf vertrauen, dass euer Kind die notwendigen Signale senden wird, wenn es Hilfe braucht. Nicht jedes Herumwälzen in enger Umklammerung auf dem Boden ist automatisch ein Streit.

Vor allem Jungs erproben oftmals einfach ihre Kräfte und messen sich spielerisch mit anderen. Dabei kann euer Kind gerade mit Gleichaltrigen wichtige Erfahrungen im Umgang mit körperlicher Nähe und Distanz machen und lernt so die eigenen und fremden Grenzen kennen, um diese schließlich zu kommunizieren und zu respektieren.

 

Körperkontakt im Spiel

Wir haben für euch ein paar Tipps zusammengestellt, wie ihr fröhlichen und fairen Körperkontakt im Spiel fördern könnt. Besprecht vor Spielbeginn mit den Kindern die „Stopp-Regel“. Mit dem Signalwort „STOPP!“ oder einem Handzeichen sind alle Kinder aufgefordert, mit dem Spiel aufzuhören. Das verstehen schon die ganz Kleinen. Durch diese Regel kann sich euer Kind sicher fühlen, Nähe ausprobieren und darauf vertrauen, dass das Spielt beendet wird, sobald es sich unwohl fühlt.

Mit diesen lustigen Spielen können Kinder Nähe erfahren und gleichzeitig ihr Selbstwertgefühl stärken. Obendrein haben sie dabei natürlich jede Menge Spaß!

 

Klebemeister

Zwei Kinder nehmen eine weiche Rassel zwischen die Stirn oder ein Schnuffeltuch zwischen ihre Bäuche und bewegen sich möglichst so durch den Raum, dass der Gegenstand nicht herunterfällt. Natürlich dürfen sie sich dabei auch umarmen.

Fledermausführer

Ein Kind ist die „Fledermaus“, bindet sich einen Fleeceschal über die Augen und lässt sich von dem anderen Kind an der Hand durch die Wohnung führen. Dabei lernt das Kind, sich selbst und anderen zu vertrauen. Warum Fledermaus? Weil Fledermäuse nicht gut sehen können, sondern sich durch Echo-Ortung mit Ultraschall orientieren.

Schildkröten wenden

Ein Kind, die „Schildkröte“, liegt auf dem Bauch. Das andere Kind versucht, es auf den Rücken zu drehen.

Käseklau

Ein Kind kniet am Boden und beschützt mit seinem Körper einen Ball, den „Käse“. Das andere Kind versucht, den Käse zu ergattern. Es darf dazu alle fairen Mittel anwenden.

Sockenklau

Zwei oder mehr Kinder krabbeln vorwärts und seitwärts auf einem Teppich umher. Treffen sie aufeinander, versuchen sie, sich festzuhalten und sich die Socken auszuziehen. Gleichzeitig versuchen alle, das Ausziehen ihrer eigenen Socken zu verhindern. Die ausgezogenen Socken bleiben auf dem Teppich liegen.

Mausefalle

Ein Kind ist die „Mausefalle“ und macht dafür eine Brücke oder einen Katzenbuckel. Das andere Kind ist die „Maus“ und robbt unter der Mausefalle hindurch, die zuschnappt (vorsichtiges Hinlegen), sobald die Maus mit der Hüfte darin ist. Die Maus muss versuchen, sich zu befreien.

Höhle bauen

Wenn sich eure Kids bei diesen Spielen ausprobiert und vielleicht auch ausgetobt haben, gönnen sie sich gerne eine kleine Pause, um dabei mit dem Freund, der Freundin oder dem Geschwisterkind die ruhige und kuschelige Nähe zueinander zu genießen. Mit Stühlen und Decken können eure Kinder dafür ganz schnell und leicht eine Höhle bauen. Am einfachsten sind zwei Stühle oder ein Tisch als Gestell. Wichtig sind mehrere Decken, die darüber ausgebreitet werden, sodass eine Art Zelt entsteht. So richtig gemütlich wird es mit Decken oder Matten auf dem Fußboden und vielen Kissen. Eine große Höhle gestaltet ihr, indem ihr Schnüre durchs Zimmer spannt und Bettlaken darüberhängt. Mit Lichterkette oder Taschenlampe verzaubert ihr die Höhle in eine Märchenlandschaft. Wenn die Höhle fertig ist, werden die liebsten Kuscheltier-Freunde dazugeladen.