Gesund durch Kuscheln: So stärkt ihr das Immunsystem eurer Kinder

Verena

Im Winter sind Kinder oft krank. Zum Glück gibt es ein wunderbares Heilmittel, das die Abwehrkräfte der Kleinen stärkt: Kuscheln!

Gerade erst war dein Kind mit einer dicken Erkältung zu Hause, da kündigt sich eine Mittelohrentzündung an. Schon wieder. In den Wintermonaten fühlen sich Eltern manchmal, als seien sie Krankenpfleger von Beruf. Muss das sein, lieber Winter? Und: Können wir dagegen gar nichts tun? Zum Glück doch! Das magische Heilmittel lautet: Kuscheln.

Es klingt fast zu einfach, um wahr zu sein, aber es ist wissenschaftlich bewiesen: Kuscheln stärkt das Immunsystem. Wenn ihr viel mit euren Kindern kuschelt, macht ihr sie stark gegen Viren, Bakterien und anderes Ungemach. Psychologen der Carnegie Mellon University in Pittsburgh haben in einer Studie belegt, dass regelmäßige Umarmungen weniger anfällig für Erkältungsviren machen. Sie befragten die Teilnehmer nach ihren sozialen Kontakten und infizierten sie dann mit gängigen Erkältungsviren. Die Teilnehmer, die oft in den Arm genommen und gekuschelt worden waren, erkrankten seltener an einem Schnupfen als die anderen.

Der als „Kuschelhormon“ oder auch „Bindungshormon“ bekannte Botenstoff Oxytocin ist ein wahres Wundermittel. Er wird bei körperlicher Nähe ausgeschüttet, bei Berührungen der Haut, bei festen Umarmungen und Streicheleinheiten. Sogar liebevolle Blicke setzen das Hormon schon frei. Gebildet wird es im Gehirn, genauer gesagt in der Hirnanhangdrüse. Die verteilt den Wunderstoff über die Blutbahn dorthin, wo er gebraucht wird. Zum Beispiel in die Gebärmutter, wo er die Geburt unterstützt, indem er die Wehentätigkeit anregt. Daher leitet sich übrigens auch sein Name ab, von den griechischen Bezeichnungen für „schnell“ und „Geburt“. Aber Oxytocin kann noch mehr.

Weil es Ängstlichkeit mindern und Aggressionen hemmen soll, wird gerade an seinem Einsatz bei sozialen Angststörungen, Autismus oder Depressionen geforscht. Französische Wissenschaftler konnten bereits zeigen, dass die Gabe eines Oxytocin-Nasensprays die sozialen Fähigkeiten von Autisten verbessert.

Im Alltag brauchen wir kein Nasenspray, um von den positiven Wirkungen zu profitieren. Körperkontakt ist völlig ausreichend. Fakt ist: Das Kuschelhormon senkt die körpereigene Ausschüttung des Stresshormons Cortisol und hilft bei dessen Abbau. Bereits zehn Minuten Händchenhalten am Tag schützt vor den negativen Auswirkungen von Stress, sagen amerikanische Forscher. Der Pulsschlag und der Blutdruck werden dadurch langfristig gesenkt, die Glückshormone Dopamin und Serotonin erhöht. Beste Voraussetzungen für eine gesunde Abwehr! Dass ihr mit liebevollem Körperkontakt die Anspannungen des Tages bei eurem Kind lösen könnt, habt ihr bestimmt schon ganz intuitiv festgestellt. So gebt ihr den Kleinen ein Gefühl von Geborgenheit, das sie für den Alltag stärkt. Und ihr selbst bekommt gleichzeitig auch eine Dosis des magischen Heilmittels Oxytocin ab.

Die körperliche Wärme, die beim Kuscheln entsteht, sorgt übrigens auch für eine bessere Durchblutung. Dadurch werden die Zellen besser mit Sauerstoff versorgt, es werden Abwehrzellen und Antikörper gegen Krankheitserreger gebildet. Aber nicht nur der Körper wird gewärmt, sondern vor allem die Seele. Schließlich wissen wir doch alle, wie gut kleine Massagen oder Streicheleinheiten tun. Kuscheln ist also eine echte Wellness-Kur, die Groß und Klein gesund durch den Winter bringt.