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Einschlafritual: Nie ohne Gutenachtgeschichte

Verena

Eine bestimmte Routine beim Zubettgehen hilft Kindern, abends zur Ruhe zu kommen. Gerade das Vorlesen ist dabei ein beliebter und bewährter Helfer.

Erinnert ihr euch auch daran, wie schön es war, als Kind mit Mama oder Papa abends im Bett vor dem Einschlafen zu kuscheln und dabei ein Buch anzuschauen oder eine schöne Geschichte vorgelesen zu bekommen? Sicher habt ihr viele dieser Geschichten noch immer im Kopf und die schönen, warmen Momente der Nähe im Herzen. Und so habt ihr aus dem Vorlesen vielleicht auch ein Ritual für eure eigenen Kinder gemacht und lest ihnen zum Einschlafen allabendlich Gutenachtgeschichten vor. Und das ist gut so.

Denn beim Vorlesen werden nicht nur das Denken, die Konzentration, die Merkfähigkeit und Fantasie eures Kindes angeregt. Allein durch die körperliche Nähe beim Lesen stärkt ihr die Bindung zwischen euch und eurem Kind. Eine aktuelle Studie der University of New Jersey zeigt übrigens, dass auch ihr vom Vorlesen profitiert. Bei Eltern, die regelmäßig vorlesen, wurde nach zwei Jahren ein deutlich gelassenerer Erziehungsstil festgestellt als bei Eltern, die nicht vorlesen. Das rührt unter anderem auch daher, dass die Vorlese-Kinder seltener durch Hyperaktivität oder aggressives Verhalten auffallen. Dadurch fällt es Eltern leichter, einen entspannten Umgang mit den Kindern zu pflegen.

Wie wichtig das Vorlesen darüber hinaus für die späteren Bildungschancen eurer Kinder ist, zeigen die von der Stiftung Lesen seit 2007 jährlich durchgeführten Vorlesestudien. Demnach ist Vorlesen die Grundlage für eine gute Lesekompetenz, die eine zentrale Schlüsselqualifikation und Voraussetzung für Schule, Ausbildung und Beruf ist. Deshalb solltet ihr mit dem Vorlesen so früh wie möglich anfangen, bereits für Kinder ab einem Jahr gibt es wertvolle Lesebücher. Doch ihr könnt schon früher bei Kindern ab sechs Monaten mit Bilderbüchern beginnen.

Übrigens: Am 15. November 2019 findet zum 16. Mal der Bundesweite Vorlesetag statt. Es gibt viele Aktionen in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken oder Buchhandlungen. Hier könnt ihr euch Anregungen holen oder diesen Tag einfach dazu nutzen, bei euch zu Hause das Vorlesen als Einschlafroutine zu etablieren. Damit ihr gleich loslesen könnt, haben wir hier wertvolle Tipps fürs Vorlesen sowie einige Bücher für euch ausgewählt.

 

Abendritual Vorlesen

 

Gutenachtgeschichte

Die Stiftung Lesen empfiehlt, Bücher im Alltag eurer Kinder möglichst frühzeitig zu verankern und mindestens 15 Minuten pro Tag vorzulesen. Wenn ihr am Morgen oder am Tag nicht dazu kommt, nutzt die Gutenachtgeschichte vor dem Schlafengehen. Das gemeinsame Lesen oder Vorlesen ist ein schönes Ritual, um den Tag ausklingen zu lassen. Euer Kind kommt zur Ruhe und es ist noch Zeit, ein bisschen zu kuscheln. Außerdem helfen Geschichten und Bilder, auch über die eigentlichen Geschichten hinaus ins Gespräch zu kommen und über Tageserlebnisse zu sprechen.

Worauf sollte man beim Vorlesen achten?

Nehmt euch Zeit und sorgt für eine entspannte Leseatmosphäre. Lasst euer Kind das Buch selbst aussuchen oder zumindest mitentscheiden, was vorgelesen wird. Wenn ihr mit Ausdruck und Lebendigkeit vorlest,  macht das nicht nur euch und eurem kleinen Liebling mehr Spaß, es hält euch auch davon ab, eventuell selbst einzuschlafen. Geht auch auf Fragen und Anmerkungen eures Kindes ein und unterbrecht die Geschichte bei Bedarf. Lacht zusammen, wenn die Geschichte lustig ist, kuschelt miteinander, wenn sie spannend ist. Wägt ab, ob euer Kind die Geschichte schon verarbeiten kann, denn Albträume sollte es von der Bettlektüre nicht bekommen.

 

Einschlafgeschichten für kleine Leser

 

Buchtipps für Kinder ab einem Jahr

„Wie kleine Tiere schlafen gehen“

Wie sagt der Löwe gute Nacht? Er streicht dem Löwenkind ganz sacht mit seiner Pfote übers Fell: „Äuglein zu, dann schläfst du schnell!“ Acht Schmuse-Kuschel-Einschlafgeschichten in Reimen mit liebevollen Illustrationen.

Komm kuscheln, kleiner Narwal!

Können Muscheln kuscheln? Und wie umarmen sich Wale? Der kleine Narwal hat ein Horn, das ihn beim Kuscheln stört. Der Seeigel hat Stacheln. Der Oktopus zu viele Arme. Trotzdem findet jedes Tier eine Möglichkeit zu kuscheln. Auch der kleine Narwal. Eine schön illustrierte, liebevolle Geschichte, die zum Kuscheln anregt.

 

Buchtipps für Kinder ab drei Jahren

„3-5-8 Minutengeschichten zur guten Nacht“

Im fünften Band der Reihe „3-5-8 Minutengeschichten“ gibt es wieder abwechslungsreiche Geschichten in drei Vorleselängen. So zum Beispiel über Marcus, der krank im Bett bleiben muss. Mitten in der Nacht bekommt er Besuch vom Traumfischer, der seine schlechten Träume mit einer Angel einfängt. Fantasievoll und liebevoll illustriert hilft das Buch ganz bestimmt beim Einschlafen.

„Die kleine Eule fliegt zu den Sternen“

In dem neuen Band aus der Reihe „Die kleine Eule“ möchte die Eule mit der Beule nach den Sternen greifen – beziehungsweise zu ihnen fliegen. Sie lernt fliegen und macht sich auf den weiten Weg durch den funkelnden Nachthimmel. Doch das Ziel scheint unendlich weit entfernt. Wird sie es erreichen?

 

Buchtipps für Kinder ab vier Jahren

„Der große Zahnputztag im Zoo“

In der lustigen Geschichte übers Zähneputzen hilft der Igel Pfefferminz Ignaz dem Zoodirektor dabei, die Mundhygiene der Tiere wiederherzustellen. Die hatten damit nämlich aufgehört, nachdem das Faultier verkündet hatte, dass Zähneputzen viel zu anstrengend sei. Das Buch überzeugt ohne pädagogischen Zeigefinger durch Humor und schöne Illustrationen.

„Wer schnarcht im 13. Stock?“

Herr Schnarch ist müde und möchte schlafen. Doch im Gute-Nacht-Hotel kommt er einfach nicht zur Ruhe. In jedem Zimmer gibt es einen Störenfried: Mal liegt eine Maus auf dem Kopfkissen, dann ein Schwein im Bett oder es tropft von der Zimmerdecke. Im 13. Stock ist es ruhig und das Bett ist leer. Endlich! Den ungewöhnlichen Zimmergenossen hat er gar nicht bemerkt …